Über die Schulterratten

Schulterratten, die (Plural, lateinisch: ratti umeri)

Diese Nager sind mehr als nur posierliche kleine Haustiere. Ihre Lieblingsbeschäftigung ist es zwar faul auf den Schultern ihrer Halter herumzulungern, aber dadurch haben sie ihre höchst eigene Sicht von der Welt, die sie rotzfrech und mit tiefgründigem Witz kommentieren. Erfunden hat die Schulterratten der freischaffende salzburger Künstler Peter.W. alias Peter Wolfgang Wetzelsberger:

Peter.W. höchstselbst

“Ich hatte schon vor Jahren die Idee diese Serie zu machen. Damals ging ich noch zur Schule und einige meiner besten Freunde hatten Ratten, die sie auf ihrer Schultern spazieren trugen. Davor kannte ich Ratten nur als “Ungeziefer” und war erstaunt, dass man sie auch als Haustiere halten kann. Aber mein anfängliche Ekel war schnell verflogen und ich fand sie eigentlich ganz niedlich. Und so ging es eigentlich so gut wie jedem in unserem Umkreis, was schnell dazu führte, dass weitere Leute sich Ratten anschafften, sie aber leider als lebendiges Accessoire missbrauchten und sich kaum um sie kümmerten. Schließlich haftete den jungen Rattenhaltern ein Hauch von Coolness und Rebellentum an. Seltsamerweise waren jene, die am Besten mit den Nagern umgingen tatsächlich die Aussenseiter und die Punks!


Matt the Dog

Schon damals zeichnete ich Comiks und dachte über eine eigene kleine Serie nach. Aber noch während in mir die Idee für die Schulterratten aufkeimte kam ihnen Matt the Dog dazwischen, den allerdings in den ersten Jahren nur Freunde und Verwandte zu Gesicht bekamen. Grund dafür war, dass ich kurz darauf die Schule verließ und schwerst mit dem Versuch beschäftigt war mich in diversen Brotberufen zu erproben und meinem aufkeimendem Interesse für Literatur, Musik, Schauspiel und anderem kreativen Kram nachzugehen.

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Erster Entwurf (2002)

Meine pelzigen Freunde mussten also warten. Derweil erschien Matt the Dog in der Straßenzeitung Apropos (ehem. Asfalter) und dem Underground-Magazin MonoPoly. Die Leser des Apropos verstanden meine Strips aber nicht und das MonoPoly ging am wachsendem Desinteresse der Macher zugrunde. Danach gingen Jahre ins Land bevor ich überhaupt nochmal einen Stift in die Hand nahm.

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Teil von Peter.W.s alter Homepage

Erste Entwürfe für die Schulterratten kamen und gingen, verschwanden in Schubladen oder – leider Gottes – auch von ignoranten Menschen zerknüllt in Mülleimern. Nur einer der kleinen Nager schaffte es als Grafik auf meine damalige Homepage: Er lag kontemplativ zwinkernd auf dem großen Wahrzeichen meiner Heimatstadt Salzburg, der “Festung” und harrte der Dinge die da kommen mochten.

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Entwurf (2004)

2010 war es schließlich soweit. Das salzburger Jugendkulturzentrum MARK.freizeit.kultur wollte sein erstes eigenes Magazin herausbringen. Und ich entschloss mich, endlich an meiner kleinen aber feinen Serie zu arbeiten und sie beizusteuern. Sie bekam den schlichten Namen Schulterratten. Der erste Strip erschien damit im Mai 2010 im Kunstmagazin MFK.


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Teil der Ausstellung "Amokultur"

Im Sommer desselben Jahres fand in den neuen, noch zu renovierenden Räumen des MARK in der Hannakstraße eine Ausstellung statt, die einen von mir gestalteten Raum beinhaltet hat. Auch hier war eine der Ratten zu finden und gab folgendes zu verstehen: ‘Ihre Schulter muss mindestens SO hoch sein, um eine Schulterratte tragen zu dürfen!’

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Ursprünglicher Prototyp von Olifr.

Seit 2011 fanden die Strips auch im linken Printmedium Termit ihren Platz, was für mich u.a. den Vorteil brachte, dass die Schulterratten nun auch einmal im Monat erscheinen, statt “nur” alle drei Monate im MFK. Aber ich musste mir überlegen, wie ich die Exklusivät der Schulterratten in den beiden unterschiedlichen Blättern bewahren konnte. Also entschied ich mich, es wie im wirklichen Leben zu machen und die Ratten eigenen losen Freundeskreisen zuzuordnen, in denen sie zwar miteinander interagieren können, aber die jeweiligen Vertreter mehr in den Vordergrund gestellt würden. So steht zB beim MFK mehr Atlas im Zentrum des Geschehens und beim Termit ist es Olifr. Diese Regel gilt allerdings nicht für den Blog!”

Fortsetzung folgt?